Klavierschule
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Üben?
Nein Danke! Schon wieder eine neue Klavierschule? Natürlich ist man skeptisch, wenn man eine neue Klavierschule angeboten bekommt. Klavierschulen gibt es überreichlich: bunte und spröde; deutsche, russische und europäische; mit Bildern und mit ohne Bildern; mit CD und mit ohne CD. Und immer wieder erscheinen neue. Aber vielleicht gehören Sie zu denen, die eine ideale Schule noch nicht gefunden haben. Viele KlavierlehrerInnen müssen sich ihr Unterrichtsmaterial mühsam zusammensuchen. Das ist verständlich. Denn die meisten Klavierschulen trainieren zwar Finger und Hände. Musikalität aber entsteht im Kopf und das ist ein langer und mühsamer Prozess. Erst wenn der Kopf weiß, was die Hände tun sollen, kann der Schüler anfangen, Klavier zu spielen. Der grundlegende Makel fast aller Klavierschulen besteht darin, dass sie zu wenig erklären und dem Schüler zu wenig zumuten. Ihre Methodik ist chaotisch. Vieles ist unvollständig, sprunghaft, schwer verständlich und, wenn nicht schlicht und einfach falsch, so doch schlecht erklärt. Dabei weiß man, dass man am besten durch Wiederholung lernt. Die Klavierschule, auf die wir Sie hinweisen wollen, ist auf 800 (oder mehr) Seiten angelegt. Sie schreitet so langsam wie möglich fort und bietet dem Schüler (und dem Lehrer) das umfangreichste Material, das je eine Klavierschule angeboten hat. Jeder Schritt wird so sorgfältig wie möglich erklärt. Das beigefügte Vorwort soll Sie über die Methodik dieser Klavierschule informieren. Das Vorwort wendet sich zwar an Kinder, ist aber mehr für die Eltern und Lehrer gedacht. Ab Oktober 2002 sind die ersten beiden Bände zu erhalten. Die vollständige Klavierschule wird vom Verlag artist ahaed voraussichtlich zur Musikmesse 2003 vorgestellt werden. Sie haben also die Möglichkeit, diese Klavierschule schon vor ihrem Erscheinen zu erhalten. Die Schule hat den verheißungsvollen Titel: Vom Hänschen-klein zu Beethoven in zwei Jahren Vorwort
zu einer neuen Klavierschule 1. Du möchtest Klavier spielen lernen? Das ist bärenstark! Wenn Du Deinen Entschluss durchhältst, dann wird er Dein Leben verändern. Gut Klavier spielen zu können, das ist ein Gefühl, als ob du jeden Tag Geburtstag hättest. Mit dieser Klavierschule wollen wir Dir helfen, dass Du nicht so schnell die Geduld verlierst. Wie das aber nun vor sich gehen soll, darunter stellt sich jeder etwas anderes vor. Für Dich ist es sicher am schönsten, wenn du ganz schnell ein paar tolle Stücke drauf hast, möglichst welche, die irre gut klingen und bei denen die Fetzen fliegen. Und jeder, der dich damit hört, wird dich bewundern, wenn Du sie ihnen vorspielst. Das kann wirklich sehr schön sein. Und du weißt sicher auch warum. Deine Tanten bekommen feuchte Augen und greifen zum Scheckbuch, Deine Oma spendiert Dir tonnenweise Schokolade und Deine Eltern erhöhen Dein Taschengeld. Und alle sind ganz stolz auf dich, besonders Du. Wenn das so laufen soll, dann hat das aber ein paar entscheidende Nachteile für Dich. Du bekommst von Deinem Klavierlehrer ein Stück vorgesetzt und das musst Du dann üben wie ein Sportler, der immer wieder die gleiche Übung trainiert. Das wird Dich mit der Zeit ermüden. Das ist auch der Grund, warum so viele Schüler, die hoffnungsvoll begonnen haben, so früh mit dem Unterricht aufhören 2. Wir wollen Dir einen anderen Weg empfehlen, einen Weg, bei der die Freude am Klavier spielen zunehmen und nicht abnehmen soll. Als Motto schlagen wir Dir vor: Üben? Nein danke! Vielleicht denkst Du jetzt, ist ja echt voll super, mit dieser Klavierschule bekomme ich gezeigt, wie ich ohne viel Arbeit Klavier spielen lernen kann. Da hast du Dich leider zu früh gefreut. Ein Instrument spielen zu lernen ist Arbeit, sehr viel Arbeit. Aber es gibt zwei Arten von Arbeit: eine die man gerne macht und eine, unter der man ächzt und stöhnt. Wir wollen nämlich nicht, dass Du dir ein paar Stücke einpaukst (vielleicht sogar auswendig lernst) und dann immer nur das Gleiche vorspielen kannst. Und wenn das nächste Stück kommt, dann musst du die gleiche Übarbeit leisten und derselbe Stress geht wieder von vorne los. Man weiß zwar heute, dass stures Pauken der dümmste Weg ist, etwas zu lernen. Und trotzdem wird gerade in der Musik am meisten dagegen gesündigt. Du wirst aufgefordert, ein Stück möglichst perfekt spielen zu lernen. Doch woraus dieses Stück gebaut ist, was Du von vorherigen Stücken darin wieder findest und was Du daran lernst, in anderen Stücken anzuwenden, das wird Dir schleierhaft bleiben. Es gibt viele brave Klavierschüler, die haben ihre Aufgaben fleißig zu Hause geübt und spielen sie im Unterricht dann vor. Dann sagt der Lehrer etwas Lobendes oder Tadelndes, je nachdem, wie er gerade drauf ist. Daraufhin bekommen der Schüler das nächste Stück auf und das übt er dann genauso fleißig. Das geht dann solange gut, bis der Klavierschüler irgendwann die Lust verliert. Dann kommt der übliche Familienkrach: der Schüler will aufhören, die Eltern wollen, dass er weiter macht. Wozu haben sie denn das viele Geld für den Unterricht gezahlt. Etwas anderes kommt leider auch sehr häufig vor. Es gibt Klavierlehrer, die merken jahrelang nicht, dass ihre Schüler keine Noten lesen können. Ihre Schüler haben sich die Stücke so perfekt eingepaukt, dass sie sie bald auswendig können. Wenn nun der Lehrer plötzlich darauf besteht, der Schüler habe ab sofort Noten lesen zu lernen, dann ist das oft zu spät. Der Schüler denkt sich, was will denn der, das ging doch bis jetzt ganz gut ohne. In der Popmusik gilt es als Ehrensache, dass man keine Noten lesen kann. Dagegen haben Popmusiker eine Ahnung von Harmonien, da kann mancher klassische Pianist neidisch werden. Ich habe mich mit einigen Preisträgern im Fach Klavier von Jugend-Musiziert unterhalten. Als ich das Thema Musiktheorie ansprach, da machten die meisten ein Gesicht, als müssten sie ab sofort sieben Jahre lang nur Haferschleim essen. Sie hatten von Musiktheorie keine Ahnung und wollten auch keine bekommen. Für uns darf das nicht gelten. Was machst Du denn, wenn dir jemand Noten vorlegt, die Du noch nie gesehen hast? Dann musst Du sagen: tut mir leid, dass muss ich erst üben, bevor ich das spielen kann. Und das kann dauern. 3. Wir wollen Dir einen anderen Weg zeigen, einen Weg, der es dir ermöglicht, das, was Du an einem Stück gelernt hast, bei den nächsten anzuwenden. Fast alle Klavierschulen machen den Fehler, dass, wenn Du etwas gelernt hast, viel zu schnell etwas Neues von Dir zu verlangen. Kaum hast Du gelernt, ein paar Stücke ohne schwarze Tasten, also in C-Dur zu spielen, sollst Du Stücke mit einem oder zwei Kreuzen oder mit einem oder zwei B´s zu spielen. Und dann geht es munter voran. Und zwar so schnell, dass Dir vor lauter Vorzeichen ganz schwarz vor Augen wird. Fast alle Musikstücke bestehen aus ähnlichen Bausteinen. Diese Bausteine sind Tonleitern, Akkorde, rhythmische Figuren, melodische Figuren, Begleitfiguren und vieles mehr. Am Anfang kommt einem das sehr verwirrend vor und man sagt sich, mein Gott, das ist so viel, das werde ich nie lernen. Aber keine Sorge, Du kannst das lernen und wir werden, damit Dir das auch leicht fällt, ganz langsam voran gehen. Mit dieser Klavierschule sollst Du keine Stücke lernen, sondern Klavier spielen lernen. Und das ist etwas ganz anderes als das, was andere Klavierschüler lernen müssen. Wenn Du diese Klavierschule durchblätterst, dann wirst Du merken, dass da ganz viele Stücke drin stehen. Viel mehr als in allen anderen. Und diese Stücke sind sich alle ziemlich ähnlich. Selbstverständlich kannst Du Dir das eine oder andere Stück, das Dir besonders gefällt, herauspicken und es richtig schön üben und auswendig lernen. Das kann sinnvoll sein, weil man dann etwas hat, was man anderen vorspielen kann. Aber mit unserer Klavierschule wollen wir etwas anderes. Du bekommst als Aufgabe von einer bis zur nächsten Klavierstunde nicht zwei oder drei Stücke auf, die Du dann fehlerfrei vorspielen sollst. Wir geben dir pro Woche 10 bis 15 Stücke auf, die Du hintereinander spielen sollst, und zwar ohne ein Stück besonders zu üben. Außerdem darfst Du Dich verspielen. Nur musst Du dann unbeirrt weiter spielen. Viele Schüler machen den Fehler, dass, wenn sie sich verspielt haben, sofort entnervt aufhören, wütend auf die Tasten hauen, das Klavier zur Hölle wünschen und dann immer die gleiche blöde Stelle wiederholen. Du aber bleibst gelassen, spielst weiter und bist weiterhin freundlich zu Deinem unschuldigen Klavier. Wenn man nicht mehr darauf herumreitet, dass man jedes Stück perfekt spielen muss, dann entfällt auch das dauernde Nörgeln an Fehlern. Du sollst nämlich Fehler machen dürfen und trotzdem weiter spielen. Es wird Dir immer leichter fallen, Dir deine Stücke selbst zu erarbeiten. Und das wird Dir immer mehr Spaß machen. Du kannst nämlich das, was du bei einem Stück gelernt hast, bei den folgenden sofort anwenden. 4. Wir wollen nun nicht behaupten, dass wir eine neue Methode gefunden haben, mühelos Klavier spielen zu lernen. Wir wollten nur beim Unterricht ein paar Fehler weniger machen. Was Du dabei lernst, können wir dir gerne aufzählen. Es fallen uns 12 gute Gründe ein, warum Du es mit unserer Methode versuchen kannst:
5. Wenn Dir dauernd jemand sagen muss, jetzt musst Du aber noch Klavier üben, dann kann einem das ganz schön die Stimmung vermiesen. Wenn man ermahnt werden muss, dann schiebt man das möglichst lange raus. Und von Dingen, die man ständig rausschieben will, hat man bald die Nase voll. Für uns gilt ab sofort folgende Regel: je mehr Du von einem Stück weißt, desto leichter wird dir es fallen, es zu spielen. Und je mehr du an einem Stück gelernt hast, desto leichter wird dir das nächste fallen. Du wirst sicher zu Anfang mehr Arbeit haben, aber nur, damit Du später weniger Arbeit hast. Wenn du erst mal vom Virus Musik angesteckt bist, dann muss man dich nicht ans Klavier treiben. Es könnte eher sein, dass man es vor Dir abschließen muss, damit du auch mal etwas anderes machst als Klavier spielen. Musik ist die gesündeste Krankheit, die einen Menschen jemals befallen kann. Auf jeden Fall wirst Du Deine Entscheidung, Klavier spielen zu lernen, nie bereuen. Wenn Du das nicht glaubst, dann hör Dir doch bitte mal die Klagen von Erwachsenen an, die das Klavier spielen zu früh abgebrochen haben. Wir hoffen, dass es Dir gut tut, dass nicht nur Dein Lehrer sondern auch diese Klavierschule viel Geduld mit Dir hat.
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